Selbst-Sabotage

Das ist so eine Sache mit der inneren Sabotage. Wir tragen alle Überzeugungen und Annahmen in uns, über uns, über andere, über die Welt. Diese Annahmen brauchen wir auch, denn sie geben uns ein Gefühl von Sicherheit, das Wissen, wie die Welt und wir selbst so sind. Und genau da wird es heikel, denn diese Annahmen stimmen nicht notwendigerweise.

Wenn ich als Kind lerne, dass Menschen eher schlecht sind, denen man misstrauen muss, dann werde ich später das Verhalten andere auch genau unter dieser Annahme bewerten – und tue ihnen damit sehr oft wahrscheinlich Unrecht. Aber weil ich sie so sehe, reagiere ich dann entsprechend dieser Annahme, und das kann, wie in diesem Beispiel etwa dazu führen, dass andere nichts mehr mit mir zu tun haben wollen, eben weil sie sich immer wieder grundlos verdächtigt fühlen. Also gehen sie auf Distanz – und mein Glaubenssystem nimmt das als Beweis dafür, dass es ja Recht gehabt hat, denn (so dann das innere Argument) sonst hätte der andere ja nicht auf Abstand gehen müssen, wenn er nichts zu verbergen hätte…

Das ist ein Teufelskreis, der manches Leid bescheren kann. Ähnliche innere Saboteure behaupten zum Beispiel, dass ich nicht gut genug für xy bin und deshalb traue ich mich gar nicht erst an die Sache ran, und wenn doch, warte ich eigentlich nur auf mein Scheitern, das sich dann auch mit hoher Wahrscheinlichkeit einstellen wird.

Oder ich habe die Selbstannahme, dass ich nicht liebenswert bin, dann macht mich jede Sympathiebekundung sehr misstrauisch und ich teste den anderen so lange, bis er wahrscheinlich die Schnauze davon voll hat, das Weite sucht, und mich bestätigt sehe, dass ich ja nicht liebenswert bin.

Es macht daher schon Sinn, mal zu schauen, was man denn so über sich und die Welt glaubt und ob diese Vorstellungen tatsächlich so ihre Berechtigungen haben…

Youtube-Kanal „casydinsing“, 14.09.2016